„Und was machen Sie so beruflich?“ – So antworten Sie souverän!

‚Gefährlicher‘ Smalltalk: Was tun?

Sobald wir auf privaten oder öffentlichen Veranstaltungen jemanden kennenlernen, dauert es meist nicht lang und sie steht im Raum: Die Frage nach dem Beruf. Eigentlich ganz normal, wir wollen etwas über unser Gegenüber erfahren, ein gemeinsames Gesprächsthema finden und sie oder ihn besser einschätzen. Nur ungünstig, wenn man sich gerade in einer Phase der beruflichen Neuorientierung befindet und auf Jobsuche ist. Dann kann die Situation ganz schnell stockend oder sogar peinlich werden. Wie soll ich darauf reagieren? Ausweichen, Abblocken oder ein „Eigentlich gar nichts“ helfen hier nicht weiter. Auch den Ex-Kollegen, Freunden und der Familie wird man erklären müssen, was man denn jetzt eigentlich die ganze Zeit macht und ob man schon ‚was Neues‘ hat.

 

Vorstoß statt Rückzug: Aktives Netzwerken hilft

Diese Ratlosigkeit im Umgang mit der eigenen besonderen Situation führt oft dazu, dass Menschen sich in diesen Phasen eher zurückziehen und soziale Events meiden. Sie schämen sich für ihren Statusverlust, denn nicht selten ziehen wir aus unserer Tätigkeit Bestätigung, Rollenakzeptanz und Selbstbewusstsein. Oft definieren wir uns über unsere Arbeit und berufliche Erfolge steigern unser Selbstwertgefühl. Verständlich, wenn Sie sich jetzt lieber mit niemanden darüber unterhalten möchten. Aber auch ein großer Fehler! Denn gerade jetzt ist es wichtiger denn je, aktiv zu netzwerken und Ihre Kontakte zu pflegen und zu erweitern.

 

Zeigen Sie sich ansprechbar!

Wenn Sie in solchen Schlüsselsituationen eine selbstbewusste Antwort in petto haben, bleiben Sie gesprächsfähig und hinterlassen einen positiven Eindruck bei Ihrem Gegenüber. Möglicherweise ergibt sich aus dem Gespräch sogar etwas Nützliches für Ihre Jobsuche.

 

So nutzen Sie Ihre Chancen optimal

Der private und professionelle Bekanntenkreis erweist sich oft als wahre Goldgrube bei der Suche nach freien Stellen. Wenn jedoch niemand weiß, dass Sie auf der Suche sind, werden Sie auch keine Hinweise auf freie und denkbare Positionen auf dem verdeckten Stellenmarkt erhalten. Also sehen Sie diese Gelegenheiten als Chancen und nutzen Sie sie ganz einfach für Ihre Zwecke. Dabei kommt es vor allem auf eine gelungene Selbstpräsentation, das sogenannte ‚personal branding‘ an. Wir zeigen Ihnen, wie das geht!

 

Wichtig: Bringen Sie sich in eine positive Gesprächslage

Keiner unterhält sich gern mit einem Problembären, der auf seine alte Firma schimpft oder seiner glorreichen Vergangenheit hinterherweint. Konkret bedeutet das: Vermeiden Sie es, die Gründe für Ihre Trennung mit Ihrem letzten Arbeitgeber zu detailliert darzustellen. Erzählen Sie nicht von den Problemen, die sie dort hatten, sondern bleiben Sie bei den Fakten und geben Sie am besten externe Faktoren als Ursache an. Legen Sie sich zuhause 1-2 Sätze dafür zurecht und üben Sie diese. Wenn es Ihnen dann noch gelingt, ein klares und prägnantes Bild von Ihrer bisherigen Arbeit zu zeichnen, haben Sie schon fast gewonnen.

 

Ein Beispielgespräch: Textbausteine für den Smalltalk

„Und was machen Sie so beruflich?“

  1. Eisbrecher: Hier ist es wichtig, nicht abzublocken, sondern offen und gesprächsbereit zu wirken.

    >> „Das ist eine gute Frage“ (Lächeln!)

  2. Bisherige Position & Erfolge: Das ist die Information, die Ihr Gegenüber eigentlich hören wollte. Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite, aber bleiben Sie authentisch.

    >> „Ich habe die letzten 15 Jahre bei [Firma] im Sales-Bereich gearbeitet. Dort war ich verantwortlich für xxx und xxx Mitarbeiter*innen. Eines meiner größten Projekte war z.B. der Rollout von xxx in 8 Ländern…“

  3. Trennungsgrund: Jammern und schimpfen Sie nicht. Geben Sie am besten externe Gründe an.

    >> „In den letzten Monaten / Im Zuge der Fusion mit xxx gab es Umstrukturierungen und meine Abteilung hat sich aufgelöst. / Intern gab es keine Stellen, die zu meinen Karriereplänen gepasst hätten / nichts Spannendes für mich.“

  4. Status quo: Positionieren Sie hier Ihr Anliegen. Zeigen Sie sich zukunftsorientiert und offen für Vorschläge. Auf keinen Fall verzweifelt!

    >> „Jetzt bin ich auf der Suche nach neuen passenden Aufgaben als Leiter im Vertrieb im Bereich B2B Industrieanalagen. Am liebsten in einem international tätigen Unternehmen, …“

  5. Gegenfragen: Vergessen Sie nicht, auch Ihr Gegenüber kennenzulernen. Zeigen Sie Interesse, finden Sie heraus, in welcher Branche sie oder er tätig ist und suchen Sie nach Gemeinsamkeiten.

    >> „Jetzt habe ich schon so viel von mir erzählt. In welchem Bereich sind Sie denn momentan tätig?“

  6. Unterstützung: Menschen helfen gern weiter, wenn sie können. Also nehmen Sie die Unterstützung dankbar und wertschätzend an. Aber Vorsicht: Fragen Sie nur in Ausnahmefällen direkt nach einer Stelle! Bitten Sie Ihr Gegenüber lieber um Hinweise zu weiteren Firmen oder Personen, die Ihnen behilflich sein könnten.

    >> „Kennen Sie zufällig einen Berater oder Entscheider in meiner Branche, den ich mal ansprechen könnte? Darf ich Sie als Kontaktgeber nennen?“

 

Übung macht den Meister

Scheuen Sie sich nicht, solche Gesprächsverläufe zuhause zu üben und bei passenden Gelegenheiten anzuwenden. Es ist essentiell, dass Sie sich selbst überzeugend und authentisch präsentieren können und Ihr Anliegen, Ihre Positionierung und Ihren Mehrwert flüssig und glaubwürdig darstellen. So werden Sie auch in Ihrer derzeitigen Orientierungs-Situation als erfahrende Fach- oder Führungskraft und kompetente Expert*in wahrgenommen.

Und denken Sie daran: Sie können Ihren Gesprächspartner*innen auf Augenhöhe begegnen, ganz unabhängig von Ihrer aktuellen Jobsituation.

Natürlich werden Sie auch diese Übergangsphase meistern!